Faszientraining

Faszientraining – Was bringt das Wippen auf der Schaumstoffrolle?

Ich kann mich noch sehr gut daran, wie vor ein paar Jahren, es war so 2014-2015, in der Fitnessszene, aber auch im Ausdauerbereich, ein richtiger Hype um das sogenannte Faszientraining entstand. In der Medizin ist der Begriff „Faszie“ nichts Neues. Längst gibt es technische Verfahren, die unsere Haut auf Nanoebene untersuchen können. Doch Forscher wie Dr. Robert Schleip machten Faszien dennoch erst so richtig bekannt. Auch ich kaufte mir einige Bücher, wollte alles zum Thema Faszientraining aufsaugen. Immerhin waren die Versprechen für Sportler reizvoll…

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Faszientraining als Marketingslogan?

Mittels Faszientraining – oft mit dem Hin und her wippen auf der Schaumstoffrolle gleichgesetzt – sollen Verspannungen in der Muskulatur gelöst werden. Und vorab bereits: „Rolling“, so wie es im Englischen auch heißt, hilft! Zum Beispiel, wenn Du Dir ein Schaumstoffball nimmst und damit langsam und bewusst Deine Plantarfaszie ausrollst. Besten Dank an dieser Stelle an Gorilla Sports für die Kooperation.

Als treuer Leser weißt Du, dass ich trotz Kooperation meiner Meinung treu bleibe. Auch wenn ich bin kein Experte bin, veröffentliche ich von Zeit zu Zeit auch solche Meinungsartikel. Es geht vielmehr um den Dialog, ums Anstoßen von Gedanken. Trotzdem habe ich mich in den letzten Jahren durch meine Affinität für sportjournalistischen Content mit einigen Experten und Profisportlern austauschen können. Auch über Mobility, Faszientraining und das ganze Regenerationsthema. Und ja, genauso wie du bei einem Arztbesuch von 3 Ärzten 4 Meinungen bekommen wirst, gibt es auch hier keine alleinige Weisheit. Dafür ist unser Körper viel zu individuell.

Hier ist mein vorläufiges Fazit zur der Eingangsfrage, was Faszienrollen bringen und wann Du sie überhaupt einsetzen solltest.

Schaumstoffrolle nicht per se schlecht, Du musst sie nur richtig nutzen

Was ist also Faszientraining? Es ist doch so – mit jedem Training beeinflussen wir unsere Faszien, quasi unseren gesamten Bewegungsapparat. Kann es dann isoliertes Faszientraining überhaupt geben? Eher nicht oder? Es ist wahrscheinlich einfach nur eine Erfindung, um Faszienrollen zu verkaufen. So funktioniert Marketing. Und das ist ja auch völlig legitim. Immerhin profitieren wir Sportler von den neuen Erkenntnissen enorm! Allein schon das Verständnis, dass es eben nicht nur die Muskulatur ist, die oftmals zwickt und verspannt ist. Und vielmehr die umliegenden Faszien die Ursache des Problems sind.

Aber klar muss eben auch sein, dass Du wie gesagt nicht isoliert Deine Faszien trainieren kannst. Und genau so wenig macht es meiner Meinung nach Sinn, wenn Leute in YouTube Videos wie wild ein paar Sekunden auf Faszienrollen hin und her wippen. Was soll das bringen? Laut aktueller Wissenschaft sollte man sich mindestens 30 Sekunden, besser 2 Minuten, mit einer schmerzenden und verspannten Stelle beschäftigen. Kleine, langsame, vielleicht auch kreisende, Bewegungen. Wenn du allerdings alibimäßig 10 Sekunden deinen Oberschenkel mit der Rolle massierst, wird ziemlich genau…. gar nichts passieren. Und es gibt auch nicht wenige Sportwissenschaftler, die behaupten, dass z. B. das Rollen auf dem Tractus iliotibialis (kurz ITB) eh nicht viel bringt. Das ist dann so, als wenn Du ein Stahlseil mit den bloßen Händen auseinander ziehen wollen würdest: Es tut sich nichts.

Aber versteh mich nicht falsch. Ganz so krass soll mein Fazit zur Faszienrolle gar nicht ausfallen. Ich nutze sie ja selber. Aber neben nicht mit der Intention, dadurch, und nur dadurch, jetzt irgendeine Verspannung rauszubekommen. Vielmehr sehe ich es als ein Tool – als eine Technik- an, meine beabsichtigten Körperpartien zu mobilisieren. Zum Beispiel auch mit dem Faszienball, der sich sehr gut dafür eignet, die Plantarfaszie zu mobilisieren. Und hier sind wir schon beim abschließenden Gedanken…

Mobility das bessere „Faszientraining“

Faszientraining ist also eher ein Mythos, ein von Marktingleuten kreiierter Slogan. Die Schaumstoffrolle ist nichts völlig nutzlos! Wir müssen sie nur richtig benutzen. Der vielleicht smartere Ansatz, auf Dauer „geschmeindig wie ein Leopard“  und verletzungsfrei zu bleiben, ist e3s, täglich mobilisierende Bewegungen zu machen. Kurzum: Mobility Training. Also das Training, Deinen gesamten Beweungsapparat (Muskeln, Faszien, Bänder, Sehnen) zu stärken. Wie das konkret aussehen kann, würde jetzt den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Ich gebe Dir mal 2 informative Links mit, wo Du viel Input zu Mobility Training bekommst:

Leon Victor alias der Moving Monkey

Tamay Jentjens

 

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28 Jahre, Freigeist, sportaffin, der irgendwas mit Marketing studiert hat, um nun doch auf den journalistischen Zug aufspringen zu wollen. Passionierter Triathlet ist er auch noch. Auf dem Sportsfreund Blog bloggt Sören rund um den Triathlonkosmos, philosophiert (mit anderen) über Trainingsstuff- und Lifestyle. Das Wichtigste: Hauptsache Du hast Spaß bei dem was Du tust.

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