Alex Gastartikel TRIATHLON

Alex sieht Roth #8 – Zurück im Tiefflug

Moin moin Ihr Sportsfreunde,

es ist schon wieder Donnerstag: Zeit, die Ereignisse der letzten zwei Wochen zusammenzufassen und einen Einblick in mein Training, Veränderungen im Setup und tiefer gehende Vorbereitungen auf die Challenge Roth zu geben.

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Endlich zurück auf dem Zeitfahrrad

Das worauf ich mich neben all den offensichtlichen Dingen in Hamburg (Familie, Freunde etc.) am Meisten gefreut habe, war mein Zeitfahrrad. Es ist schon geil, sich in die Aero-Position fallen zu lassen, Druck auf’s Pedal zu bringen und im Tiefflug über die Straßen zu schießen! Ich liebe mein Rennrad, kurvige Abfahrten und steile Anstiege, aber nach vielen Wochen und Monaten auf meinem Venge, ist es cool, wieder das Triathlonrad zu entstauben. Außerdem bedeutet es, dass die Saison immer näher rückt!

Ein paar Tage nach meiner Ankunft war ich bei Trionik, meinem Sponsor und Arbeitgeber in Hamburg, zum Bikefitting. Der Triathlonladen hat seit einigen Monaten ein eigenes System, das den Athleten ganz individuell betrachtet, Faktoren wie die Beweglichkeit, Vorerfahrungen, Jahreskilometer und, und, und… berücksichtigt und nach einer festen Struktur arbeitet. Fand ich spannend und wollte ich unbedingt ausprobieren! Immerhin bin ich vorne im Cockpit etwas tiefer gegangen und war mit mit der Sattelhöhe und dem Versatz noch unsicher. Im Großen und Ganzen würde es aber schon passen..!

„Versteckte“ Potenziale

Aus den geplanten Feinjustierungen wurden dann doch größere Veränderungen; allerdings nicht dort wo man es sieht (Sattelhöhe, Vorbau, Extensions), sondern unter dem Fuß. Meine Cleats waren sowohl an den Triathlon-, als auch an den Rennradschuhen – sagen wir mal… – katastrophal eingestellt. Rechts und links verschieden und auch zwischen den Schuhen waren erhebliche Unterschiede zu erkennen. Das größte Manko: die Platten waren viel zu weit vorne. Dadurch entsteht sehr viel Druck im Vorfuß, die Kraftübertragung leidet und die Waden müssen wesentlich mehr arbeiten als nötig, was sich vor allem beim Laufen bemerkbar macht. Dazu passen meine Problemchen, die ich die letzten Wochen mit mir herumgeschleppt habe: schmerzende Plantarfasziitis und sehr hoher Tonus in den Waden.

Außerdem habe ich mich noch zwischen zwei Sätteln entschieden. Wohl fühlen tue ich mich auf Beiden, die bessere Integration des Trinksystems hat mir dann die Entscheidung vereinfacht. Wie in den letzten Jahren fahre ich also auf dem Bontrager Hilo RXL mit montiertem XLab Gorilla XT Trinksystem (Carbon-Optik geht immer ;-)).

Bewusst werden muss ich mir jetzt nur noch darüber, ob ich die doch sehr starke Überhöhung (siehe Titelbild) fahren und halten möchte oder vorne lieber 2-3cm höher gehe. Die nächsten Wochen werden Aufschluss darüber geben. Die ersten Touren liefen jedenfalls vielversprechend, die Position fühlt sich gut an und der Unterschied unter den Füßen ist spürbar. Mission Bikefit: Completed! 🙂

Aero is (not) everything!

Einer Tatsache bin ich mir speziell in den letzten Tagen wieder bewusst geworden: eine Zeitfahrposition ist nur dann schnell, wenn sie vom Fahrer über die gesamte Distanz gehalten werden kann! Nicht, dass ich das Vorher nicht gewusst hätte, aber die Streckenvorstellung des IRONMAN Hamburg hat mir wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich auf dem Rad sicher und wohl zu fühlen. Gibt es Strecken – wie z. B. in Roth – bei denen man phasenweise aus der tiefen Position gehen und auf dem Base Bar fahren kann, ist es bei einer Streckenführung wie in Hamburg fast verboten, die Aeroposition zu verlassen. Der Rennkurs ist brutal flach und schnell! Das weiß ich, weil ich viele meiner Trainingsfahrten auf dem Kurs absolviere, weil man dort die Intervalle so herrlich ungestört und kontrolliert fahren und sich an die Position gewöhnen kann. Je flacher und schneller, desto wichtiger ist die Aerodynamik! Jeder Meter in aufrechter Position kostet wertvolle Zeit. Kurven gibt es abgesehen von den Wendepunkten kaum, deswegen gilt: diejenigen, die ihre Position am längsten (möglichst durchgängig!) halten können, sind klar im Vorteil! Die Überhöhung, Streckung und jede andere Variable der Sitzposition sollte nur so aerodynamisch ausfallen, wie sie komfortabel über 180km gefahren werden kann.

Klar ist aber auch: es kann dort verdammt stürmisch sein! Das habe ich heute (Mittwoch) wieder erfahren. Windböen mit bis zu 70km/h, teilweise von der Seite. Die Herausforderung besteht in zwei Punkten:

  1. Das Rad in aerodynamischer Position auf den Aufliegern unter Kontrolle zu haben. Dort fühlen sich viele Fahrer immer noch unwohl, weil sie – meiner Meinung nach – zu wenig in der Rennposition trainieren. Vor allem bei Seitenwind, mit tiefen Felgen (ggf. sogar Scheibenrad) und für leichte Personen dürfte so ein Wind zur Herausforderung werden. Deshalb gilt: üben, üben, üben!
  2. Trotz starken Winds den Power-Output aufrecht erhalten. Beim Kämpfen mit dem Wind und dem Versuch, das Rad in der Spur zu halten, leiden nicht selten die Wattwerte, weil alle Konzentration der Kontrolle des Rades zufällt. Auch starker Rückenwind kann zum Problem werden, wenn einem vermeidlich die Gänge ausgehen. Je Effizienter der Tritt, desto länger könnt Ihr Power aufs Pedal bringen. Ein besonderes Augenmerk hierbei: Ferse runter!

Vorbereitungen abseits der Straßen und Schwimmbäder

Wie sieht der Plan für die nächsten Wochen aus? Klar, schwimmen, Radfahren und laufen steht weiterhin weit oben auf der Prioritätenliste; der 1. Juli rückt schließlich immer näher! In den nächsten Wochen möchte ich mich aber auch verstärkt dem Mentaltraining widmen. Dass diesem Aspekt speziell auf der Langdistanz eine ganz besondere Rolle zukommt, ist bekannt. Umso wichtiger ist es in meinen Augen, sich auf so viele Eventualitäten wie möglich vorzubereiten. Ich habe schon einige Ansätze erarbeitet und werde Euch auch dort einen Einblick geben. Welche Maßnahmen ergreife ich? Wie unterstütze ich das mentale Training? Wieso nutze ich es und was sind die Erfahrungen anderer Athleten. Einige – vielleicht sogar alle – dieser Fragen werde ich in jedem Fall aufgreifen.

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Bis dahin wünsche ich Euch weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Training und den ersten Wettkämpfen. Wir hören und lesen voneinander!

Bleibt fleißig

Alex

PS: Hier kommst Du zu allen anderen „Alex sieht Roth“-Artikeln 

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Die Langdistanz ist die Königsdisziplin im Triathlon. Alex wird als Gastautor auf dem Sportsfreund Blog in den nächsten 5 Monaten von seiner Vorbereitung auf die Challenge Roth berichten. Keine 0815 Trainingsweisheiten, sondern ehrliche und authentische Erfahrungsberichte - samt den Erfolgen und möglichen Rückschlägen. Kurzum: Alex sieht Roth!

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