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4 Perspektiven zum Ironman 70.3 Rügen #triathlonlifestyle

Foto: © Marcel Hilger

Wahnsinn! Absoluter Wahnsinn, der fünfte Strandräuber Ironman 70.3 auf Rügen spendierte allen Teilnehmern, Supportern und Schaulustigen eine bombastische Atmosphäre. Ich war diesmal „nur“ in der Zuschauerrolle. Keine Wettkampfaufregung, kein Check-In Stress, kaum Mediatermine. Einfach nur die Szenerie wahrnehmen, das Tohuwabohu auf mich wirken lassen. Diese 4 Gedanken sind mir besonders hängen geblieben.

Take it easy (wenn vorher nicht alles perfekt läuft)

Du liest den Titel und weißt eigentlich schon worum es geht, richtig? Jedes Mal plant man alles in Perfektion, denkt Wochen gar Monate vorher über jedes Detail am und vorm Wettkampftag nach, und dann…ja dann schlägt die Realität zu. Du hast zu Beginn der Wettkampfwoche leichtes Halskratzen. Oder Deine elektrische DI2-Schaltung will plötzlich am Tag vor dem Rennen nicht mehr funktionieren. Du wirst leicht panisch! Beide Szenarien habe ich dieses Wochenende in Binz erlebt. Und in beiden Fällen haben diejenigen danach ein regelrechtes Feuerwerk abgefackelt. Simon, ganz starkes Rennen!

Schwimmcoach Jan Wolfgarten hat uns schon des Öfteren ähnliches berichtet. Immer dann wenn er vor wichtigen Rennen kränkelte, lieferte er merkwürdigerweise danach ab. Aber so richtig! Vielleicht ist es der innere Druck, der singt. Die leistungslimitierende Einstellung, UNBEDGINT alles perfekt machen zu müssen. Wenn nicht alles perfekt läuft, senken wir unsere Erwartungen: „Jetzt kann’s eh nicht mehr gut werden“ – und zack: Du zeigst Deine vielleicht beste Performance.

Kurzum: Vor dem Wettkampf cool bleiben ablenken und lieber noch was Gutes gönnen (Pizza, ein Glas Wein, Süßes etc….)

Spaß inne backen!

Einige Stunden hielt ich mich Sonntag im Bereich der Ziellinie auf. Beobachtete unzählige Athleten, die Profis, die ambitionierten Altersklassenathleten, aber eben auch die, die sechs Stunden und mehr für die 70.3 Distanz benötigten. Klar, die mediale Aufmerksamkeit liegt bei den Leuten vorne, da wo’s um die Wurst – oder um den Geldtopf – und um Prestige geht. Aber so richtig emotional wird’s da jetzt nicht wirklich. Klar, die Sieger feiern schon richtig gut! Und auch ein paar ambitionierte AK-Athleten lassen es krachen. Aber die emotionale Achterbahn geht „hinten“ im Feld ab“ Die Leute zelebrieren ihren Zieleinlauf, lassen sich viel mehr von den jubelnden Zuschauern feiern – genießen es mehr? Du kennst die Bilder sicherlich: Wie oft sieht man ambitionierte Athleten direkt nach dem Überqueren der Ziellinie auf die Uhr tippen und wie ein Häufchen Elend dreinschauen. Enttäuschte Gesichter, weil man nicht die gewünschte Platzierung erreicht hat oder ein paar Minuten langsamer als erhofft gelaufen ist. Dabei soll der Wettkampf doch die Belohnung für das harte Training sein?

Ist es nicht dumm, dass wir uns dann so emotional limitieren? Ich kenne es natürlich selber, und du weißt auch was ich meine. Man schafft es nicht immer, so zu denken. Wir denken oft eindimensional, zu egozentrisch. Mir ist es diesmal in der Zuschauerrolle besonders krass aufgefallen. Wollte ich nur mal so loswerden…

Sich mit Gleichgesinnten umgeben

Ich denke die meisten Triathleten machen Triathlon nicht nur weil sie die Verbindung von Schwimmen, Radfahren und Laufen cool finden, sondern weil sie der Lifestyle gepackt hat. Der kunterbunte Triathlonlifestyle macht süchtig. Man fiebert mit den „Großen“ vor dem Livestream mit, saugt nahezu alle News aus der Szene auf und findet natürlich auch das Drumherum bei Wettkämpfen spannend. So nach dem Motto: „Aha, der startet also auch?“, „Oh, der sieht aber fit aus?““…solchen Gedanken eben. Und wenn es nur das Pläuschen mit dem Volunteer am Messestand ist. Diese Pre-Race-Atmosphäre ist schon geil. Unzählige verrückte Sportsfreunde, die alle gleich ticken. Irgendwie. Das macht Laune, und so komm ich auch schon zu meiner ganz persönlichen Liebeserklärung…

…Binz, Du bist so geil!

Dass der Ironman 70.3 Rügen 2016 von Teilnehmern zum geilsten Wettkampf gewählt wurde, überrascht niemanden, der einmal vor Ort war. Es ist ein geniales Triathlon Spektakel, das ganze Wochenende ist dieses kleine, beschauliche Kurörtchen Binz von diesen kunterbunten Sportlern mit Funktionskleidung eingenommen. Sonst ist es ja meist so, dass man einmal zum Check in fährt, dann den Wettkampf abspult – das war‘s. Hier jedoch bist Du mehr als 48 Stunden in der Triathlonblase. Von Gleichgesinnten umzingelt. Kannst die Profis bei der PK und auch so hautnah erleben. Du tankst massiv Motivation. Es ist einfach geil! Schlimm genug, dass ich es in den letzten fünf Jahren nicht einmal geschafft habe, selbst an den Start zu gehen. Gut, nächstes Jahr dann. Alle guten Dinge sind bekanntlich sechs…

Ein Hoch auf den Strandräuber Ironman 70.3 Rügen. Wir lieben Dich!

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28 Jahre, Freigeist, sportaffin, der irgendwas mit Marketing studiert hat, um nun doch auf den journalistischen Zug aufspringen zu wollen. Passionierter Triathlet ist er auch noch. Auf dem Sportsfreund Blog bloggt Sören rund um den Triathlonkosmos, philosophiert (mit anderen) über Trainingsstuff- und Lifestyle. Das Wichtigste: Hauptsache Du hast Spaß bei dem was Du tust.

2 Kommentare

  1. Schön geschrieben! War mein erster 70.3 und es war der Hammer. Kulisse, Strecke, Wetter, Stimmung, Organisieren, Bundesliga, Bike-chekout mit dem Weltmeister,… Einfach ein Megawochenende

    • Hey Matthias!

      Sorry fürs verspätete Antworten!

      Auch wenn ich selber nicht gestartet bin, kann ich Deine Eindrücke nur unterschreiben!!!

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