rennrad TRAININGSTALK

Lass mal jetzt Grundlagenkilometer sammeln!

Ich kaufe ein W und möchte lösen: WOW! Einfach nur wow war das letzte Wochenende. Zum ersten Mal seit einer gefühlten Unendlichkeit endlich mal wieder zweistellige Plusgrade und Sonne. Das konnte nur eins heißen: Radklamotten an, 10er eingesteckt und rauf auf’s Rennrad! Neben der puren Freude am „Radeln“ kam mir vor allem folgender Gedanke in den Sinn: Das Prinzip „umgekehrte Periodisierung“, scheint echt zu fruchten…

Erster 100er in der Box!

Was zunächst nur für Sonntag angesagt war, sollte sich schon Samstag zeigen – feinstes Radfahrwetterchen. Sportsfreunde, ich sag‘ Euch, das war ein wahres Rennradfrühlingsfest für mich! Eigentlich war Samstag außer Krafttraining nicht viel geplant. Immerhin sollte es den ganzen Tag über regnen. Pustekuchen! Kaum hatten wir das Fitnessstudio verlassen, lachte mich auch schon die Lausitzer Sonne an, als wolle sie mir sagen: „Sören, loooos ab auf’s Radl!!

Gesagt, getan! Lockere 90 Minuten wurden es. Nix wildes. Nur ein bisschen Grundlagenaustrudeln. Die erste „richtige“ Tour war ja eh für Sonntag geplant. Und so kurbelte ich dann auch am späten Vormittag los – ausgerüstet mit nem 10er für die Tanke, Flickzeug und einer Trinkflasche, in der ich 500ml Maurten-Hydrogelpulver aufgelöst hatte (PS: Das Zeug schmeckt, weil nicht so süß – werde ich die Wochen weiter testen).

Knapp dreieinhalb Stunden und zwei Kaffeestopps später zeigt mir mein Garmin Egde 520* das an, was ich auch geplant hatte: Die erste 100-Kilometer-Tour! Ganz locker im Grundlagenbereich, wobei natürlich der ein oder andere Ortschildsprint nicht fehlen durften! Und während ich das Radeln und die Landschaft genoss, fiel mir etwas Interessantes auf…

Wenn sich das knackige Winterprogramm auszahlt…

Hatte ich nicht vor einigen Wochen darüber geschrieben, dass ich seit diesem Winter zum ersten Mal nach dem viel diskutierten Prinzip der umgekehrten Periodisierung trainiere? Ja, meine Gedanken kannst Du hier nochmal nachlesen.

Seit November trainiere ich im Grunde ausschließlich „kurz und knackig“ auf dem Rad. Meistens waren es 3 Einheiten pro Woche; eine FTP-Einheit, eine VO2MAX-Einheit und eine Session mit Technikfokus und etwas GA1/GA2-Gespiele.

Kurzum: Es scheint zu funktionieren. Meine GA1/GA2 Zone hat sich verschoben – zum Glück nach oben! Und das war kein geplanter Reim 😉

Fakt ist aber auch…

Lass‘ jetzt mal wieder Grundlage machen!

Das Radtraining auf der Rolle war echt knackig und anstrengend. Aber von nix kommt auch nix. Woche für Woche konnte ich anhand der Trainingsdaten sehen, dass sich mein Herz-Kreislauf-System anpasst, und ich peu a peu mehr Leistung aufs Pedal bringen kann.

Doch zur ganzen Wahrheit  gehört auch, dass es jetzt irgendwie nicht mehr weiter gefühlt. Gefühlt habe ich ein gewisses Leistungs-Plateau erreicht, bei dem ich aktuell mit den intensiven Einheiten nicht mehr weiterkomme. Die Idee von Reverse Periodization ist ja, dass man nach einem straffen Winterprogramm im Frühling auf einem höheren Level einsteigen kann (Video mit Brett Sutton dazu). Quasi nicht ganz so sehr durch die Gegend und auf dem Rad rumzueiern, wenn der erste größere Grundlagenblock ansteht. Und genau da, glaube ich zumindest, stehe ich jetzt.

Eins noch: Da ich es ohne professionelle Leistungsdiagnostik angehe, sind meine Gedanken sicherlich unter Vorbehalt zu genießen. Wir bewegen uns hier am Rande der viel zitierten „Bro Science“. Aber wie gesagt, gefühlt brauche ich genau jetzt einen neuen Trainingsreiz. Deshalb werde ich die nächsten Wochen über wieder verstärkt Grundlagenkilometer sammeln, um mein Gesamtniveau weiter anzuheben. Nach dieser Phase haben sich dann die Wattwerte bei den intensiveren FTP- und VO2MAX-Einheiten hoffentlich deutlich nach oben verschoben. So zumindest meine Theorie…

***

Aber erstmal machen! Und weniger quatschen, oder? 😉 Was denkst Du über diesen Trainingsansatz? Hast Du schon Erfahrung mit „Reverse Periodization“ machen können und kannst uns vielleicht sogar noch hilfreiche Tipps geben? Über Dein Feedback in den Kommentaren bin ich sehr dankbar.

 

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28 Jahre, Freigeist, sportaffin, der irgendwas mit Marketing studiert hat, um nun doch auf den journalistischen Zug aufspringen zu wollen. Passionierter Triathlet ist er auch noch. Auf dem Sportsfreund Blog bloggt Sören rund um den Triathlonkosmos, philosophiert (mit anderen) über Trainingsstuff- und Lifestyle. Das Wichtigste: Hauptsache Du hast Spaß bei dem was Du tust.

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