Laufen MOTIVATION running SAISON 2016 TRAINING TRAININGSTALK TRIATHLON

Trainingstalk #23 | „Kacheln zählen“ in der Swim&Run-Woche

Sören beim Runner's World Covershooting

Foto: Robert Grischek

Momentan läufts, rollts und schwimmt‘s sich ziemlich jut! Nach dem durchaus kilometerlastigen Radblock von letzter Woche, standen in den letzten 7 Tagen vor allem Lauf- und Schwimmeinheiten auf dem Programm und das nicht zu knapp. Ich versuch’s kurz zu machen. Folgend die Einträge aus meinem Trainingsbuch und ein paar Statements zum jeweiligen Tag.

Montag – Akkus auffüllen

Ein Wort, dass für sich steht: Regeneration. Ruhe. Beene hoch.

Dienstag – Swim&Run – 1/3 –Wassergefühl aufbauen + Grundlagenlauf

5:40 Uhr. Der Wecker klingelt,klingelt weiter und hört nicht auf. Ich bin schon wach und am Kaffee kochen. Ich hab‘ Bock auf den Tag. Um erstmal reinzukommen schwimme ich 2,5km, wobei das Wassergefühl und Tempogefühl bei dieser Session oberste Priorität haben. Um das vielzitierte „Wassergefühl“ zu bekommen, lege ich erst einmal einige 100er mit den REV-Paddles von Holger Lüning zurück. Vielleicht nicht unbedingt immer angenehm beim Schwimmen, jedoch eine Erleuchtung, wenn man sie ablegt und normal Kraul schwimmt. Da purzeln die Sekunden auf 100 Meter gleich mal! Und nein – ich werde nicht von ihm gesponsert. Dieses Tool hat mich einfach überzeugt!

Zweites Ziel war wie gesagt das Tempogefühl. Dafür legte ich die 100er in verschiedenen Zeiten zurück, z. B. 4×100 GA1, 3×100 G1 progressiv, 2x100m Ga2 und einmal 100m All-out. Nach nicht einmal 45min waren 2,5km eingetütet und der Tag konnte mit einem freshen Frühstück so richtig starten!

Vollmotiviert ging’s abends noch 2 Runden um die „Hausstrecke“. Ein schöner Loop entlang der Spree mit viel Natur und läuferfreundlichem Schotterwegen.

Mittwoch – Swim&Run 2/3 – 500m Test + Koppeleinheit

Heute möchte ich nicht lang fackeln und komme direkt zur Sache. 500m Schwimmtest – zu meiner Schmach der erste überhaupt dieses Jahr. Bislang kam das Schwimmtraining eindeutig zu kurz. Egal. Damit ich nicht schon nach 100m in den Seilen hänge, gab‘s vor der Einheit eine kleine Portion Hirse-Buchweizenbrei, aufgekocht mit etwas Wasser und 2-3 Datteln plus Zartbitterschokolade. Die Kombi aus Kohlenhydraten sollte mir Power für die anstehende Einheit geben. Schnell hinter gespachtelt und ab ins Becken. Übrigens: Die Inspiration zu dieser doch ziemlich schwimmlastigen Trainingswoche habe ich mir vor einiger Zeit bei Jan’s 5 Tage – 5 Schwimmsessions Artikel geholt. Durchaus lesenswert!

Let’s get back to business. Also was ist nun mit der Zeit vom Test? Tja die Details lasse ich heute mal aus – es wurde auf jeden Fall eine Sub8min. Schon nicht schlecht – geht aber definitiv schneller und technisch gesehen sauberer. Egal Zeit ist notiert und anschließend folgten 200 bzw. 400er Ausdauerblöcke mit Fokus auf einer möglichst sauberen Technik. All in all stehen knapp 2,8km auf dem Trainingszettel – passt!

Zudem wollte ich heute mal wieder das geliebte Kraftausdauertraining am (Haus)-Berg aus der Trainingsschublade holen. Gesagt getan. Ein Dutzend mehrminütige Wiederholungen mit bewusst dickem Gang später, bin ich zwar relativ fertig, dafür aber auch „on fire“ und angefixt von der geilen Einheit. Anschließend schlüpfte ich noch einmal für ein lockeren Koppellauf in die runners.

„Ob Du Profi bist oder Amateur, das Wichtigste ist es nie zu vergessen, dass Du es tust, weil Du es liebst.“ –  Jan Frodeno

Ein  fresher Triathlontag.

Sören ist happy

Klares Statement!

Donnerstag – Schnelligkeitstraining im Wasser

Heute schenk‘ ich mir so richtig einen ein – Schnelligkeitstraining ist angesagt. Viele 50er mit und ohne Paddles, mal mit Pullboy zwischen den Beinen, mal mit ordentlich Zug in ganzer Kraullage – halt möglichst abwechslungsreich, schnell und laktatisierend! Das Trifft besonders auf die „Kraulbeine only“-Wiederholungen zu. Puh! Es wird aber definitiv besser. Zumindest bin ich jetzt nach 25m Kraulbeine nicht gleich bedient und kann relativ locker auch 50m Kraulbeine durchziehen – vor ein paar Wochen noch unvorstellbar! Am Ende steht hier eine 2,2km auf meinem Spickzettel – reicht definitiv auch!

Am Vormittag gab’s noch eine zweistündige Radeinheit im Grundlagenbereich. Jedoch zeigte sich der Lausitzer Wind relativ angriffslustig, sodass ich ebenso angriffslustig dagegen hielt und so noch den ein oder anderen Kraftausdauerreiz setze.

Freitag – schwimmfrei und verpasster Wettkampf

Schwimmtechnisch gesehen steht heute Regeneration auf dem Programm. Eine kleine Pause für die schon relativ ermüdeten Schultern, Brust & Co-Muskeln.

Dafür will ich einen 10Km Lauf in Weißwasser mitnehmen . Leider fiel dieser entsprechend der Wetterlage – achtung Wortwitz – ins Wasser. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir konnten einfach den Startbereich des Laufs nicht finden. Bei der vom Laufveranstalter ausgeschriebenen Adresse angekommen, fanden wir lediglich einen alten verlassenen Bahnhof vor. Weit und breit kein einziger Läufer zu sehen! Das ist bitter. Für einen Moment bin ich enttäuscht, wollte ich heute mal ordentlich gas geben und den 10km Lauf als harten Trainingsreiz nutzen. Tja aber that’s life. Jammern bringt nix. Kurzum entscheide ich mich alternativ für einen längeren Tempolauf Richtung nach Hause. Das Wetter spielt ordentlich Achterbahn und so wird es quasi ein Vierjahreszeitenlauf – na gut nur Schnee gab es zum Glück nicht 😉

Sören nach einen Lauf im Regen

Happy nach einer „Regenschlacht“ 😉

Samstag – Swim&Run 3/3

Der Tempolauf von gestern diente als kleine Vorbelastung für den heutigen zweiten längeren Lauf. Insgesamt wurden es an den beiden Tagen 30Km, wobei heute wirklich nur lockeres Grundlagentempo anstand. Gar nicht so leicht das Tempo immer brav niedrig zu halten, wenn man voller Energie und „angefixt“ vom neuen Trisuit klassisch übermotiviert ist.

„Contenance Sören! Halt den an Deinem Plan fest!“

Nach zweistündiger Pause, wieder etwas Hirse-Buchweizenbrei und nem Kaffeeshot steht die vierte Schwimmeinheit der Woche an. Der Inhalt der Session verspricht wieder einiges an Kraftaufwand respektive Sauerstoffmangel und natürlich viiieeeel Laktat in den Beinen. 20x 100m Ga2 Intervalle gekrönt mit vielen 25m Beinkraul Sprints werden mich heute nochmal so richtig auspumpen!

Kurzes Statement zur Schwimmform: Zu meinem Erstaunen schwimme ich die 100m jetzt bereits relativ locker unter 1:35min, wenngleich ein Sub 1:30-Ausreißer zum Ende der Einheit doch ziemlich schwerfällig wird und meine Arme sich mittlerweile wie Blei anfühlen. Trotzdem pack‘ ich das 3Km-Soll für diesen Tag und bin einfach nur zu frieden und tiefenentspannt nach der Session.

P.S. Abends gab es für die Muskeln zur Belohnung und gleichzeitigen Entspannung eine ausgiebige Faszienrolling und Dehnsession. Teilweise schon etwas nervig, vor allem wenn man sich eigentlich nur noch hinlegen und abchillen will. Doch wer viel trainiert und voran kommen will, muss sich stets auch die zweite Seite der Medaille anschauen. Stichwort: Regeneration!

Sonntag – spontan alle Fünfe gerade sein lassen

Eigentlich sollte heute optional die fünfte Schwimmeinheit der Woche anstehen. Doch anstatt im Schwimmbecken Kacheln zu zählen, gönn‘ ich mir heute einen Ruhetag. Warum? Weil ich’s kann und die letzten 5 Tage gut trainiert habe. Den erwünschten Schwimmreiz habe ich auf jeden Fall gesetzt und warum dann jetzt noch zwanghaft einen drauf setzen?! Klar Bock hätte ich. Dennoch lasse ich heute einfach mal alle Fünfe gerade.

Wir sind doch auch nur Freizeitsportler, die keinen dogmatischen Zwängen unterliegen sollten. Wir tun das, worauf wir Lust haben. Man kann ruhig auch mal einen Gang rausnehmen. Doch bevor ich mich weiter in schrecklich philosophischen Floskeln verliere setzt ich hier das „Amen“ und wünsche Dir noch einen entspannten Pfingstsonntag.

Beste Grüße,
Sören

über

27 Jahre, Freigeist, sportaffin und Student der irgendwas mit Marketing studiert hat. Passionierter Triathlet ist er auch. Auf dem Sportsfreund Blog bloggt er rund um den Triathlonkosmos, philosophiert über Trainingsstuff- und den Lifestyle. So Stay tuned.

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